Vertrauen wächst durch Begegnung
Heute durften wir rund 100 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Freising in unserer Moschee begrüßen. Sie kamen mit zwei Bussen in zwei Gruppen – einer von vielen Schulbesuchen, die wir nahezu täglich erleben.
Solche Begegnungen stärken das Vertrauen in unserer Gesellschaft. Gerade junge Menschen brauchen die Möglichkeit, einander kennenzulernen, Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen zu machen. So entstehen Respekt, Verständnis und gegenseitige Anerkennung.
Besonders beeindruckt hat mich heute die Vielfalt der Gruppe. Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen religiösen und kulturellen Hintergründen – Juden, Protestanten, Katholiken, Buddhisten und Muslime (Schiiten wie auch Sunniten) sowie Jugendliche mit Wurzeln in Deutschland, Ägypten, Libanon, der Türkei, Albanien, Bosnien und weiteren Ländern – saßen gemeinsam in der Moschee. Diese Vielfalt ist kein Problem, sondern eine Bereicherung.
Deshalb habe ich den Schülerinnen und Schülern erklärt, dass der Koran die Verschiedenheit der Menschen als etwas Gewolltes versteht: Wir sind unterschiedlich geschaffen, damit wir einander kennenlernen und nicht gegeneinander leben (49:13). Auch unsere Sprachen, Kulturen und Farben sind Zeichen Gottes und ein Reichtum für die Menschheit (30:22).
Ich habe die Jugendlichen ermutigt, auf dieser Vielfalt aufzubauen und auch in Zukunft Brücken zu bauen.
Moscheeführungen und Schulbesuche sind deshalb weit mehr als Informationsveranstaltungen. Sie schaffen Vertrauen, bauen Vorurteile ab und leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.